Kurz gesagt: Zur Grundausstattung gehören ein Schläger, Bälle, geeignete Sportschuhe und Sportkleidung. Die Fangschnur am Schläger ist im Wettkampf nach dem FIP-Regelwerk verpflichtend. Alles andere, etwa Tasche, Ersatzgriffband oder Schutzfolie, ist optional und kann warten. Für den Einstieg müssen Sie nicht alles kaufen: Schläger und oft auch Bälle lassen sich in vielen Hallen leihen. Die Reihenfolge der Anschaffung hängt davon ab, wie oft Sie spielen wollen.
Wer mit Padel anfängt, steht vor einer Fülle an Angeboten: Schläger in vielen Formen, Schuhe, Bälle, Taschen, Griffbänder, Schutzfolien, Druckerhalter. Der Eindruck, man müsse alles auf einmal besitzen, entsteht schnell, trägt aber nicht. Padel wird immer im Doppel gespielt, die Ausrüstung ist überschaubar, und vieles lässt sich zunächst leihen oder später ergänzen.
Diese Seite ordnet die Dinge nach Dringlichkeit. Sie trennt, was Sie für das Spiel brauchen, von dem, was nur komfortabler macht. Sie gibt eine Reihenfolge für die Anschaffung, ohne Budgetzahlen, und verweist für jede Kategorie auf die vertiefenden Seiten. Aussagen zum Regelwerk beziehen sich auf die Fassung ab 01.01.2026; Turniere und Hallen können abweichen.
Grundausstattung und optional im Überblick
| Gegenstand | Einordnung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Schläger | Grundausstattung | Form, Gewicht und Kern unterscheiden sich; Hersteller beschreiben sie unterschiedlich |
| Fangschnur am Schläger | im Wettkampf verpflichtend (FIP) | nicht dehnbar, wird um das Handgelenk gelegt |
| Bälle | Grundausstattung | in vielen Hallen für das Spiel verfügbar; Padelbälle, keine Tennisbälle |
| Geeignete Sportschuhe | Grundausstattung | das Regelwerk verlangt für Wettkämpfe „geeignete“ Schuhe |
| Sportkleidung | Grundausstattung | im Wettkampf geeignete Sportkleidung; Badebekleidung ist nicht erlaubt |
| Ersatz-Overgrip | optional | sinnvoll, wenn Sie regelmäßig spielen |
| Tasche oder Rucksack | optional | hilft beim Transport, ist für die erste Stunde nicht nötig |
| Rahmenschutz | optional | schützt nach unserer Recherche die Oberfläche vor Kratzern, kein Bruchschutz belegt |
| Druckerhalter | optional | Wirkung nicht belegt |
| Handtuch, Trinkflasche | Alltag | je nach Gewohnheit |
Die Einordnung als „Grundausstattung“ ist keine Rechtsaussage, sondern eine praktische. Als verpflichtend bezeichnen wir nur die Fangschnur, und auch das nur im Wettkampfkontext nach dem FIP-Regelwerk. Im Freizeitspiel gelten die Absprachen mit Mitspielenden und die Hausregeln der Halle.
Die Fangschnur: ein Detail mit Regelrang
Am Griff muss laut FIP-Regelwerk eine nicht dehnbare Schlaufe, die Fangschnur, von höchstens 35 cm Länge befestigt sein, die um das Handgelenk gelegt wird. Das Regelwerk beschreibt sie als Schutz vor Unfällen, ihre Nutzung ist im Wettkampf verpflichtend. Reißt die Schnur oder fällt der Schläger aus der Hand, verliert das Paar den Punkt.
Für Einsteiger heißt das: Prüfen Sie beim Kauf, ob der Schläger eine Fangschnur hat oder ob Sie sie ergänzen müssen. Ob Ihre Halle das auch im Freizeitspiel erwartet, fragen Sie dort nach. Als Gewohnheit ist es sinnvoll, die Schnur von Anfang an zu benutzen. Beim Griffbandwechsel muss sie vorübergehend abgenommen und danach wieder befestigt werden.
Reihenfolge der Anschaffung
Wie Sie vorgehen, hängt von Ihrer Situation ab. Die Reihenfolge unten ist ein Vorschlag, den Sie anpassen können. Preise nennen wir nicht; sie sind für die Reihenfolge nicht entscheidend.
- Zuerst ausprobieren, dann anschaffen. Bevor Sie etwas kaufen, spielen Sie ein- oder zweimal mit geliehener Ausrüstung, soweit die Halle sie anbietet. Dann wissen Sie, ob Ihnen das Spiel liegt. Die Abwägung zwischen Leihen und Kaufen behandelt die Seite Leihen oder kaufen.
- Schuhe zuerst, wenn Sie nichts Passendes haben. Der Schuh ist die Verbindung zum Boden. Ob Ihre vorhandenen Sportschuhe taugen, klärt eine Rückfrage in der Halle. Mehr dazu in Padelschuhe oder Tennisschuhe.
- Eigener Schläger. Sobald Sie regelmäßig spielen wollen, lohnt ein eigener Schläger. Welche Form und welches Gewicht zu Anfängern passen, beschreiben die Seiten im Bereich Padelschläger für Anfänger.
- Bälle. In vielen Hallen sind Bälle verfügbar; wer selbst für Bälle sorgt, sollte Padelbälle verwenden und nicht Tennisbälle tauschen.
- Griffband auf Vorrat. Ein Ersatz-Overgrip ist praktisch, aber erst relevant, wenn der erste Griff abgenutzt ist.
- Tasche. Sie kommt mit der Regelmäßigkeit: Wer ohnehin alles in der Hand trägt, wird sie früher wollen.
- Optionales. Rahmenschutz, Druckerhalter und weiteres Zubehör folgen nach Bedarf.
Diese Reihenfolge ist eine Orientierung, kein Muss. Wer Padel nur gelegentlich spielt, kann bei den ersten zwei Punkten bleiben.
Der Schläger
Der Schläger ist der größte Posten, und die Wahl wirkt komplizierter, als sie für den Anfang sein muss. Hersteller wie Babolat und Wilson beschreiben für Einsteiger runde oder tropfenförmige Formen mit größerem Treffpunkt; Babolat empfiehlt ein leichtes Modell für einfaches Handling. Das sind Herstellerangaben zu eigenen Sortimenten, keine allgemeine Regel. Die Unterschiede zwischen Form, Gewicht und Material sind ausführlich auf den Seiten des Bereichs Padelschläger beschrieben. Für Jugendliche und Kinder gelten eigene Überlegungen, die unter Kinder und Jugend zusammengefasst sind.
Einsteigerschläger
Bei der Wahl helfen Kriterien, die sich ohne Messwerte beurteilen lassen: Form (rund, Tropfen, Diamant) laut Herstellerbeschreibung, Gewichtsangabe des Herstellers, Beschreibung von Oberfläche und Kern sowie ob eine Fangschnur beiliegt.
Schuhe
Das FIP-Regelwerk verlangt geeignete Sportkleidung und Schuhe und lässt die Wahl ansonsten frei. ASICS beschreibt Unterschiede zwischen Padel- und Tennisschuhen bei Sohle und Obermaterial. Was in Ihrer Halle passt, fragen Sie dort nach, denn Beläge unterscheiden sich von Anlage zu Anlage. Eine Sohlenempfehlung geben wir nicht. Wie Sie bei Rutschproblemen vorgehen, steht in Rutschen auf dem Padelcourt.
Padelschuhe
Achten Sie auf Passform, Halt an der Ferse, Flexibilität des Obermaterials und die Beschreibung der Sohle. Weitere Informationen finden Sie im Bereich Padelschuhe.
Bälle
Padelbälle sind im FIP-Regelwerk nach Durchmesser (6,35 bis 6,77 cm) und Gewicht (56,0 bis 59,4 g) festgelegt. Für den Einstieg genügt es, Bälle zu verwenden, die als Padelbälle ausgewiesen sind. Wie lange ein Ball spielbar bleibt, lässt sich nicht beziffern; die Seite Padelbälle verlieren Druck ordnet das ehrlich ein.
Padelbälle
Achten Sie auf die Kennzeichnung als Padelball, die Stückzahl je Packung und auf Vorgaben Ihrer Halle. Mehr finden Sie im Bereich Padelbälle.
Griffband
Das Griffband ist ein Verschleißteil: Der Overgrip wird gewechselt, wenn er sich abgenutzt anfühlt; eine feste Zahl dafür gibt es nicht. Für den Anfang genügt es, ein Ersatzband zu kennen. Die Anleitung steht in Griffband wechseln.
Griffbänder
Achten Sie auf Oberfläche, Dicke und ein beiliegendes Abschlussband.
Tasche
Eine Tasche ist praktisch, aber nicht nötig für die erste Stunde. Kriterien sind ein eigenes Schlägerfach, ein getrenntes Schuhfach, Belüftung und Tragekomfort. Babolat rät, den Schläger im Auto oder in der Sonne in einer Tasche zu lassen. Die Details stehen in Padeltasche oder Rucksack.
Taschen und Rucksäcke
Nutzen Sie die Kriterien aus dem Ratgeber, um passende Modelle herauszufiltern.
Drei Beispiele für den Einstieg
Wie die Reihenfolge in der Praxis aussehen kann, zeigen drei typische Situationen. Sie sind keine Vorgaben, sondern Denkhilfen.
Sie wollen Padel erst einmal kennenlernen. Melden Sie sich zu einer Einführung oder buchen Sie mit Freunden einen Platz und fragen Sie vorher, was die Halle stellt. Sie brauchen Sportkleidung und Sportschuhe, den Rest klären Sie vor Ort. Eine Anschaffung ist in dieser Phase nicht nötig. Was in einer ersten Stunde passiert, steht in Die erste Padelstunde.
Sie spielen nach den ersten Malen regelmäßig mit festen Mitspielenden. Jetzt lohnt der Blick auf einen eigenen Schläger und gegebenenfalls Schuhe. Fragen Sie in der Halle oder bei Mitspielenden nach, was sich bewährt hat, und prüfen Sie Herstellerangaben statt Bewertungen Dritter. Die Fangschnur gehört ab jetzt zur Gewohnheit. Ein Ersatz-Overgrip kommt hinzu, sobald der erste Griff Gebrauchsspuren zeigt.
Sie planen, Wettkämpfe oder Ligaspiele zu bestreiten. Dann lesen Sie die Ausschreibung und fragen den Veranstalter nach Vorgaben zu Bällen, Schuhen und Bekleidung. Das FIP-Regelwerk verlangt geeignete Sportkleidung und Schuhe und die Nutzung der Fangschnur; Veranstalter können mehr verlangen. Der Veranstalter gibt außerdem Ballmarke und Ballanzahl vorab bekannt.
Wie Sie Angeboten gegenüber kritisch bleiben
Ausrüstung wird oft mit großen Versprechen beworben. Einige Leitfragen helfen, ohne dass Sie Fachwissen brauchen:
- Wer sagt das? Ist die Aussage eine Herstellerangabe zum eigenen Produkt oder eine unabhängige Quelle? Hersteller beschreiben ihre Modelle; Bewertungen und Rankings Dritter sind Meinungen.
- Ist es messbar? Aussagen wie „maximale Kontrolle“ oder „mehr Power“ haben keine einheitliche Skala. Vergleichen Sie Beschreibungen, nicht Schlagworte.
- Brauche ich es jetzt? Zubehör, das nur für Fortgeschrittene oder Vielspielende Sinn ergibt, kann warten.
- Passt es zu meiner Halle? Belag, Vorgaben und Ausleihe sind vor Ort zu klären.
- Lässt es sich zurückgeben? Prüfen Sie die Bedingungen des Händlers, ohne Rechtsaussagen vorauszusetzen.
Was Sie nicht brauchen, um anzufangen
Es gibt Dinge, die zur Ausrüstungsfülle gehören, aber keine Voraussetzung sind:
- Mehrere Schläger. Ein Schläger genügt für den Einstieg.
- Spezialkleidung. Geeignete Sportkleidung reicht.
- Zubehör für jeden Fall. Schutzfolie, Druckerhalter, Ersatzteile können später folgen, wenn überhaupt.
- Ein besonders hochpreisiges Modell. Bei der Auswahl zählen Passform und Zweck.
- Eine Hightech-Ausrüstung, bevor Sie wissen, wie Sie spielen.
Fehler bei der Erstausstattung
- Alles auf einmal kaufen. Wer erst spielt und dann ergänzt, kauft gezielter.
- Auf Zubehör-Pakete fixieren, die Dinge enthalten, die Sie nicht brauchen.
- Die Halle nicht fragen, was gestellt wird und was nicht.
- Tennisbälle und Tennisschuhe als Ersatz zu behandeln, ohne die Unterschiede zu kennen.
- Die Fangschnur vergessen, obwohl sie im Wettkampf verpflichtend ist.
- Die erste Stunde mit Zubehörfragen zu überfrachten. Was in der ersten Stunde geschieht, beschreibt Die erste Padelstunde.
Weitere Ausrüstungsthemen finden Sie im Bereich Padel-Zubehör.
Quellen: FIP Rules of Padel, Fassung ab 01.01.2026 (Fangschnur, Bekleidung und Schuhe, Ball); Deutscher Padel Verband (Padel wird immer im Doppel gespielt); ASICS, Padel-Ratgeber; Babolat und Wilson, Herstellerangaben zu Schlägerformen. Turniere und Hallen können abweichen. Stand: 20.10.2026.
Häufige Fragen
Was brauche ich für die erste Stunde mindestens?
Sportkleidung und geeignete Sportschuhe. Schläger und Bälle lassen sich in vielen Hallen leihen; fragen Sie vorher nach.
Muss ich eine Fangschnur benutzen?
Im Wettkampf ist ihre Nutzung nach dem FIP-Regelwerk verpflichtend. Im Freizeitspiel gelten die Hausregeln der Halle; als Gewohnheit ist sie sinnvoll.
Brauche ich zwei Schläger?
Nein. Für den Einstieg genügt einer. Ein zweiter ist nur ein Ersatz.
Kann ich Tennisschuhe verwenden?
Das Regelwerk verlangt geeignete Schuhe, ohne einen Typ festzulegen. Ob Ihre Halle sie zulässt, erfahren Sie dort.
Wann lohnt sich eine Tasche?
Sobald Sie regelmäßig spielen und mehrere Dinge transportieren. Für die erste Stunde ist sie nicht nötig.
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Redaktionell recherchiert und verglichen, keine Produkttests. Inhalte mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Stand: 20.10.2026. Arbeitsweise und Quellen: Offenlegung.