RegelstandRegelangaben sinngemäß nach dem FIP-Regelwerk „Rules of Padel“, Fassung ab 01.01.2026, und der Regelseite des Deutschen Padel Verbands (Stand: 20.10.2026). Turniere und Ligen können abweichen; in Hallen gelten Hausregeln und Absprachen der Spielenden.
Kurz gesagt: Padel wird wie Tennis gezählt: 15, 30, 40, Spiel. Ein Satz geht bis sechs Spiele mit mindestens zwei Spielen Vorsprung, bei 6:6 folgt ein Tiebreak, ein Match geht über zwei Gewinnsätze. Beim Einstand kennt das FIP-Regelwerk drei Varianten: Vorteil, Star Point und Golden Point. Welche gilt, hängt vom Wettbewerb oder von Ihrer Absprache ab. Stand: 20.10.2026.
Die Zählweise ist der Teil des Regelwerks, bei dem Einsteiger am häufigsten ins Stolpern kommen. Die Grundidee ist schnell gelernt, wer schon einmal Tennis gesehen hat, erkennt sie wieder. Schwieriger wird es beim Einstand, weil mehrere Varianten nebeneinander existieren und weil sich Freizeit, Liga und internationale Wettbewerbe unterscheiden.
Diese Seite erklärt die Zählung Stufe für Stufe: Punkte, Spiele, Sätze, Match, dann die drei Varianten beim Einstand, den Tiebreak und die Seitenwechsel. Am Ende steht ein durchgerechnetes Beispiel. Die Angaben stammen aus dem FIP-Regelwerk „Rules of Padel“ (Fassung ab 01.01.2026) und von der Seite „Regeln“ des Deutschen Padel Verbands (DPV). Das FIP-Regelwerk ist englischsprachig; die Wiedergabe ist sinngemäß. Turniere und Ligen können abweichen; in Hallen gelten die Hausregeln und Absprachen der Spielenden.
Die Grundstufen auf einen Blick
| Ebene | Wie gezählt wird | Quelle |
|---|---|---|
| Punkt | 15, 30, 40, dann Spiel | FIP, DPV |
| Spiel | Wer zuerst vier Punkte gewinnt (15, 30, 40, Spiel), vorbehaltlich der Einstandsregel | FIP |
| Satz | Wer zuerst 6 Spiele gewinnt, mit mindestens 2 Spielen Vorsprung | FIP, DPV |
| Satz bei 5:5 | Es werden zwei weitere Spiele gespielt, Endstand also 7:5 | FIP |
| Satz bei 6:6 | Tiebreak | FIP, DPV |
| Match | Best of three: zwei gewonnene Sätze | FIP, DPV |
Beachten Sie die Reihenfolge der Zahlen: Die Zählung 15, 30, 40 ist eine Konvention. Wer „15“ sagt, meint den ersten Punkt, „30“ den zweiten, „40“ den dritten. Der vierte Punkt entscheidet das Spiel, wenn die Gegenseite nicht bei 40 steht. Steht es 40:40, sprechen alle vom Einstand, im englischen Original „Deuce“. Das Regelwerk formuliert es als „3:3 Punkte“.
Der Einstand: drei Varianten
Beim Einstand gehen die Wege auseinander. Das FIP-Regelwerk kennt drei Varianten.
Variante 1: Vorteil
Bei Gleichstand nach dem Einstand muss eine Seite zwei Punkte in Folge gewinnen. Gewinnt sie den ersten, hat sie den „Vorteil“. Gewinnt sie auch den nächsten, ist das Spiel entschieden. Verliert sie ihn, steht es wieder Einstand. Das kann sich beliebig oft wiederholen.
Variante 2: Star Point
Beim Star Point gibt es nach dem Einstand höchstens zwei Vorteile. Kommt es danach erneut zum Einstand, entscheidet ein einziger Punkt. Die Rückschlagseite wählt, auf welcher Seite er gespielt wird.
Das heißt in der Praxis: Erst darf zweimal um den Vorteil gespielt werden. Ist die Sache danach immer noch offen, fällt die Entscheidung in einem einzigen Ballwechsel.
Variante 3: Golden Point
Beim Golden Point entscheidet bereits beim ersten Einstand ein einziger Punkt über das Spiel. Die Rückschlagseite wählt die Seite, auf der aufgeschlagen wird, und tauscht dabei nicht die Positionen. Dieselbe Einschränkung gilt nach dem Regelwerk auch für den entscheidenden Punkt beim Star Point.
Welche Variante gilt wo?
Der DPV beschreibt auf seiner Seite „Regeln“ den Golden Point als Regel: Beim Einstand wählt die Rückschlagseite die Aufschlagseite, und ein entscheidender Punkt wird gespielt. Ab der Saison 2026 gilt international, in den GPS-Kategorien 1000 und 1500 und in der 1. Padel-Bundesliga der Star Point. Im Freizeitspiel sollten die Spielenden die Variante vorher absprechen.
Die folgende Tabelle vergleicht die drei Varianten.
| Variante | Wie viele Punkte entscheiden das Spiel nach Einstand? | Wer wählt die Seite beim entscheidenden Punkt? | Wo laut DPV relevant |
|---|---|---|---|
| Vorteil | Zwei in Folge, beliebig oft wiederholbar | Entfällt, es wird normal weitergespielt | Eine der drei FIP-Varianten |
| Star Point | Nach höchstens zwei Vorteilen ein einziger Punkt | Rückschlagseite | International ab Saison 2026, GPS 1000 und 1500, 1. Padel-Bundesliga |
| Golden Point | Ein einziger Punkt beim ersten Einstand | Rückschlagseite | Als Regel auf der DPV-Seite beschrieben |
Der Tiebreak
Steht es 6:6 in den Spielen, folgt ein Tiebreak. Die Zählung dort weicht ab: Die Punkte laufen „null, 1, 2 …“, und gewonnen hat, wer zuerst 7 Punkte erreicht, mit mindestens 2 Punkten Vorsprung.
Der Ablauf des Aufschlags im Tiebreak ist nach dem FIP-Regelwerk wie folgt festgelegt:
- Der Aufschläger, der an der Reihe ist, schlägt den ersten Punkt von rechts auf.
- Danach schlagen die Gegner zwei Punkte auf, und zwar von links.
- Anschließend wechselt der Aufschlag jeweils nach zwei Punkten.
- Die Seiten werden nach je 6 Punkten gewechselt.
Den folgenden Satz beginnt nach dem Regelwerk die Spielerin oder der Spieler des Paares, das im Tiebreak nicht mit dem Aufschlag begonnen hat.
Alternative Zählweisen
Die FIP nennt neben der klassischen Satzzählung weitere Formate, die bei Zeitmangel oder in bestimmten Wettbewerben eingesetzt werden können.
| Format | Wie es funktioniert |
|---|---|
| Mini-Satz | Der Satz geht nur bis 4 Spiele, mit mindestens 2 Spielen Vorsprung; bei 4:4 folgt ein Tiebreak |
| Match-Tiebreak | Statt eines dritten Satzes wird ein Tiebreak bis 7 Punkte gespielt, mit 2 Punkten Vorsprung |
| Super-Tiebreak | Statt eines dritten Satzes wird ein Tiebreak bis 10 Punkte gespielt, mit 2 Punkten Vorsprung |
Außerdem kann vorab festgelegt werden, dass ein dritter Satz ohne Tiebreak gespielt wird. Welche dieser Formen in Ihrer Halle üblich ist, wissen nur die Betreiber und Mitspielenden. Fragen Sie vorher nach.
Seitenwechsel
Nach dem FIP-Regelwerk wechseln die Seiten nach dem 1., 3. und jedem weiteren ungeraden Spiel eines Satzes. Im Tiebreak wird, wie oben beschrieben, nach je 6 Punkten gewechselt.
Zu den Pausen nennt die FIP als Turnierregel: höchstens 20 Sekunden zwischen den Punkten, 90 Sekunden beim Seitenwechsel und 120 Sekunden am Satzende. Nach dem ersten Spiel eines Satzes wird ohne Pause gewechselt; für den Seitenwechsel im Tiebreak nennt das Regelwerk an einer Stelle ebenfalls keinen Pausenanspruch, an anderer Stelle 20 Sekunden. Das ist eine Regel für den Wettkampf; im Freizeitspiel gelten Absprachen.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Das folgende Beispiel ist konstruiert und soll die Mechanik zeigen. Zwei Paare, A und B, spielen einen Satz.
- Erstes Spiel. A gewinnt den ersten Punkt (15:0), B den zweiten (15:15), A den dritten (30:15), B den vierten (30:30), A den fünften (40:30). Gewinnt A auch den nächsten Punkt, ist das Spiel entschieden und es steht 1:0. Nach diesem ersten Spiel wechseln die Seiten.
- Zweites Spiel. Es steht 40:40. Das ist der Einstand. Je nach Variante geht es unterschiedlich weiter: Beim Vorteil braucht eine Seite zwei Punkte in Folge. Beim Golden Point entscheidet ein einziger Ballwechsel.
- Beim Golden Point. B ist Rückschlagseite und wählt die Seite, auf der der entscheidende Punkt gespielt wird. Wer den Punkt gewinnt, gewinnt das Spiel.
- Bei 5:5. Beide Paare haben fünf Spiele gewonnen. Es werden zwei weitere Spiele gespielt; Endstand also 7:5, falls ein Paar beide gewinnt.
- Bei 6:6. Endet es 6:6 in den Spielen, folgt ein Tiebreak bis 7 Punkte mit 2 Punkten Vorsprung.
Wer ein Match gewinnen will, braucht zwei Sätze. Steht es nach zwei Sätzen 1:1, kann der dritte Satz in der klassischen Form, mit Match-Tiebreak oder mit Super-Tiebreak entschieden werden, sofern dies vorab festgelegt wurde.
Typische Fehler beim Zählen
- Die Einstand-Variante nicht abgesprochen. Das ist der häufigste Streitpunkt im Freizeitspiel, weil die drei Varianten gleich aussehen, aber anders enden. Klären Sie vor dem ersten Ball, welche gelten soll.
- Golden Point und Star Point verwechselt. Beim Golden Point entscheidet schon der erste Einstand, beim Star Point erst nach höchstens zwei Vorteilen.
- Seitenwechsel vergessen. Gewechselt wird nach dem 1., 3. und jedem weiteren ungeraden Spiel, nicht nach jedem Spiel.
- Im Tiebreak mit den Zahlen 15/30/40 weiterzählen. Im Tiebreak zählen die Punkte „null, 1, 2 …“.
- Den Aufschlag im Tiebreak falsch weitergeben. Erst einer von rechts, dann zwei Punkte des Gegners, danach wechselt es nach je zwei Punkten.
- Zählung ansagen vergessen. Wer den Spielstand nicht laut nennt, gerät schnell in Streit. Das ist ein redaktioneller Praxishinweis, keine Regel.
Checkliste vor dem Spiel
- Welche Variante gilt beim Einstand: Vorteil, Star Point oder Golden Point?
- Wird ein dritter Satz klassisch, als Match-Tiebreak oder als Super-Tiebreak gespielt?
- Wer schlägt zuerst auf, und wer wählt die Seite?
- Gelten in der Halle besondere Hausregeln für die Zählung?
- Wer sagt den Spielstand an?
Quellenlage und Grenzen
Die Zählweise ist die Stelle im Regelwerk, an der sich Quellen am deutlichsten unterscheiden können. Das FIP-Regelwerk nennt drei Varianten beim Einstand. Die Seite „Regeln“ des DPV beschreibt den Golden Point als Regel und nennt den Star Point für internationale Wettbewerbe ab der Saison 2026. Ob weitere nationale Wettbewerbe oder Ligen anders zählen, geben die gelesenen Quellen nicht her. Für Ihre Liga oder Ihr Turnier ist die jeweilige Ausschreibung maßgeblich.
Quellen: FIP-Regelwerk „Rules of Padel“ (Fassung ab 01.01.2026), Deutscher Padel Verband (Seite „Regeln“), Stand: 20.10.2026. Turniere und Ligen können abweichen; in Hallen gelten die Hausregeln und Absprachen der Spielenden.
Häufige Fragen
Wie wird beim Padel gezählt?
Wie im Tennis: 15, 30, 40, Spiel. Ein Satz geht bis sechs gewonnene Spiele mit mindestens zwei Spielen Vorsprung, bei 6:6 gibt es einen Tiebreak. Ein Match geht über zwei Gewinnsätze.
Was ist der Unterschied zwischen Star Point und Golden Point?
Beim Golden Point entscheidet beim ersten Einstand ein einziger Punkt. Beim Star Point gibt es nach dem Einstand höchstens zwei Vorteile; kommt es danach erneut zum Einstand, entscheidet ein einziger Punkt. In beiden Fällen wählt die Rückschlagseite die Seite.
Welche Variante gilt im Freizeitspiel?
Der DPV nennt für das Freizeitspiel: vorher absprechen. Welche Variante in Ihrer Halle üblich ist, können Sie dort erfragen.
Wie lange dauert ein Tiebreak?
Ein Tiebreak geht bis 7 Punkte mit 2 Punkten Vorsprung. Wie lange das in Minuten dauert, lässt sich aus dem Regelwerk nicht ableiten.
Wann wechseln die Seiten?
Nach dem 1., 3. und jedem weiteren ungeraden Spiel eines Satzes. Im Tiebreak nach je 6 Punkten.
Was ist ein Super-Tiebreak?
Ein Tiebreak bis 10 Punkte mit 2 Punkten Vorsprung, der statt eines dritten Satzes gespielt werden kann.
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Redaktionell recherchiert und verglichen, keine Produkttests. Inhalte mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Stand: 20.10.2026. Arbeitsweise und Quellen: Offenlegung.